Die Schülerinnen und Schüler der Lindenschule haben einen besonderen Fördebedarf im Bereich Sprache. Hier finden Sie einen Überblick über die häufigsten Beeinträchtigungen unserer Kinder.

Dyslalie (Stammeln):

Kinder mit einer Dyslalie können wenige oder mehrere Laute oder Lautverbindungen nicht korrekt bilden. Sie ersetzen jeweils den betroffenen Laut durch einen Ersatzlaut (Sotolade statt Schokolade, Tase statt Tasche, Tusen statt Kuchen). Dadurch ist die Sprache oft schwer verständlich und hört sich kleinkindlich an. Viele Kinder leiden sehr unter dieser Auffälligkeit und werden von Spielkameraden gehänselt.

Häufig sind sie auch nicht dazu in der Lage, diese Laute zu hören und sie auditiv voneinander zu unterscheiden. 

Dysgrammatismus:

Liegt bei einem Kind ein Dysgrammatismus vor, ist es nicht in der Lage, die grammatische Struktur der Sprache zu erhören und sie so unbewusst zu erlernen. Dies zeigt sich beispielsweise daran, dass es Artikel falsch verwendet (die Tisch), Sätze falsch zusammensetzt (Ich Hause gehen. Peter draußen spielen.) oder fehlerhafte Wortformen bildet (geschreiben, ge-essen).  

Eingeschränkter Wortschatz:

Einige Kinder haben im Vergleich zu Gleichaltrigen einen reduzierten Wortschatz. Das bedeutet, dass sie nicht so viele Wörter (Begriffe für Dinge, Redewendungen) kennen oder diese nicht verwenden können. Diese Kinder müssen daher immer wieder überlegen, ersetzen Wörter durch andere Universalwörter (Dings) oder sie beschreiben die Dinge, die sie meinen. Oft haben sie Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen.

Stottern:

Beim Stottern handelt es sich um eine Störung des Redeflusses. Der Sprechfluss wird von Silbenwiederholungen oder Sprechblockaden unterbrochen, so dass die Sprache abgehackt wirkt und oft schwer verständlich ist. Kinder mit einer Stottersymptomatik haben oft große Hemmungen, mit anderen Personen zu sprechen. 

 

Neben den eigentlichen Sprachbeeinträchtigungen haben viele unserer Schülerinnen und Schüler Probleme in den sog. sprachtragenden Bereichen, also in den Bereichen, die das Sprechen lernen ermöglichen und unterstützen. Dazu gehören die Grob- und Feinmotorik und die visuelle, auditive und taktil-kinästhetische Wahrnehmung. Als Folge der sprachlichen Lern- und Entwicklungsstörungen treten bei einigen unserer Schüler sekundäre Lernschwierigkeiten auf. Sie entwickeln eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, eine Rechenschwäche, haben Probleme beim Erlernen der ersten Fremdsprache oder es gelingt ihnen nur mit Mühe, schwierige Aufgabenstellungen zu erfassen.